veröffentlicht am 28. Juni 2019 in Uncategorized von Babyphone

Das strahlungsarme Babyphone – Nur eine Marketingstrategie oder etwa die Lösung aller schlaflosen Nächte?

Immer häufiger stolpern Eltern bei der Recherche nach einem guten Babyphone über speziell hervorgehobene Begriffe wie “strahlungsarm“ oder “frei von Strahlungsbelastung“. Doch was hat es mit diesen Werbebotschaften auf sich? Sind andere Babyphone, ohne eine solche Kennzeichnung, etwa strahlungsintensiv oder gar gefährlich? In wie weit können sich potentielle Käufer auf Zertifikate und Siegel verlassen, vorausgesetzt deren Bedeutung ist tatsächlich aussagekräftig? Folgender Beitrag soll als Hilfestellung dienen, für alle Eltern, Großeltern und solche, die es noch werden wollen, damit die Kaufentscheidung in puncto Babyphone einzig und allein mit einem schönen Strahlen endet, nämlich dem des ausgeschlafenen Babys.

Wie entsteht Strahlung am Babyphone?

Babyphone basieren je nach Hersteller und Modell auf verschiedenen Übertragungstechnologien. Dabei soll in erster Linie ein bestimmter Abstand zwischen Elternstation und Babystation überbrückt werden beziehungsweise soll eine stabile Verbindung hergestellt werden, über die Audio- sowie gegebenenfalls Videodaten übermittelt werden können. Als Vorgänger haben schnurlose Telefone und Walkie Talkies gedient. Das Konzept steckt also keineswegs in den Kinderschuhen, sondern ist vielmehr seit Jahrzehnten erprobt. Warum also jetzt mit einer angeblichen Strahlungsbelastung frisch gebackene Eltern verunsichern?

Nun, in der Tat entwickelt jeder Stromfluss und jede Funkübertragung eine Strahlung, da die umliegenden Atome in Schwingung versetzt werden. Das ist Energie, schlichte Physik und nicht etwas die dunkle Machenschaft der Babyphone-Kartelle, um sich am Markt zu positionieren. Allerdings ist hier nicht von atomarer oder radioaktiver Strahlung die Rede, sondern lediglich von elektromagnetischer Strahlung. In Babyphonen sind schließlich keine Mini-Reaktoren verbaut. Dafür aber Drähte, Kabel, Magnete, und allerhand mehr, wodurch Strom fließt. Bereits der Akku erzeugt beim Laden elektromagnetische Schwingungen. Diese erhöht sich, sobald Gegensprechfunktion und Videoübertragung genutzt werden, denn dann muss das Gerät deutlich mehr Leistung erbringen als im Stand-by.

Folglich ist nicht nur die Akkulaufzeit an die Intensität der Nutzungsdauer gebunden, sondern eben auch die Strahlung. Deren Stärke ist in etwa vergleichbar mit einem Funkwecker. Zumindest solange der Betrieb im Ruhemodus ist. Werden die einzelnen Funktionen genutzt, beispielsweise Schlaflieder oder Nachtsicht, dann erhöht sich die Strahlung in etwa auf das Level eines Smartphones. Das Gleiche gilt für die Alarmierung durch die Geräuschsensoren, sobald das Baby weint oder schreit.

Nun ist jedoch keine der Funktionen non-stop im Einsatz. Die Frage ist also viel mehr, wie nachweisbar stark oder gar schädlich wirkt die dauerhaft geringe Strahlung im Stand-by beziehungsweise die erhöhte Strahlung bei Nutzung der Funktionen auf das Baby?

Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung

Von ADHS über Leukämie bis hin zu Hirntumoren sollen Babyphone ein erhöhtes Risiko darstellen. Angeblich. Über Jahrzehnte hinweg erforschte Studien widersprechen sich allerdings zum Teil, werden im Nachhinein außer Kraft gesetzt oder im Zweifelsfall nicht bestätigt. Dieses Hin und Her erhöht in erster Linie ein Risiko: Nämlich die Verunsicherung bei den Eltern.
Eine US-amerikanische Studie aus den 80er-Jahren erkannte einen Zusammenhang von Hochspannungsleitungen mit erhöhtem Leukämie-Risiko.
Andere Wissenschaftler prognostizierten höhere Raten von Gehirntumoren bei Vieltelefonierern.
Auch bei der Krebsforschung steht das Smartphone immer wieder unter Verdacht.
Andererseits:
Schlafen unsere Kinder nicht unter Hochspannungsleitungen, weder kurzzeitig noch in unmittelbarer Nähe.
Sie zählen auch nicht zu den Vieltelefonieren, deren Stress allein schon für ein erhöhtes Risiko zahlreicher Erkrankungen gilt – unabhängig von einer elektromagnetischen Strahlung.
Und krebserregende Stoffe gibt es unzählige mehr, angefangen bei der falsche Ernährungen bis hin zu Putzmitteln. Einen Übeltäter allein zu benennen, wäre absurd.

Derartige Erkrankungen, speziell Krebs und psychische Störungen, lassen sich nicht unmittelbar auf ein Babyphone zurück führen, sondern sind die Folge einer langen Verkettung von Umständen. In dieser Gleichung nimmt das Babyphone sogar einen weit weniger ausschlaggebenden Stellenwert ein, als beispielsweise das WLAN in der Wohnung, die Leitungen der Straßenbahn oder die Mikrowelle.

Nichtsdestotrotz halten sich die Vorteile bei vielen Eltern, wohl weil die bloße Tatsache einer vorhandenen Strahlung schon für Zweifel sorgt. Hier hilft vor allem eine gründliche Aufklärung und Offenheit dem Thema gegenüber.

Auf Nummer Sicher

Nun wollen nicht zuletzt die Babyphone-Hersteller das Gefühl von Sicherheit erzeugen, besser noch, es verkaufen. Die Eltern sollen beruhigt schlafen können und sich sicher sein dürfen, dass es ihrem Baby gut geht. Somit fließt das Stichwort Strahlenbelastung gerne in die Verkaufsargumentation ein. Nicht als Panikmache, sondern um ebene jenes Sicherheitsbedürfnis zu erfüllen, das gerade frisch gebackenen Eltern so sehr auf den Herzen brennt.

Als strahlungsarm gelten beispielsweise häufig Babyphone mit einem speziellen Eco-Modus, sprich einem besonders energiesparenden Stand-by. In diesem Ruhemodus wird kaum Energie verbraucht. Das schont die Stromkosten und minimiert natürlich auch die Strahlung während dieser Phase.

Babyphone mit Videofunktion erzeugen logischerweise mehr Strahlung, wenn die Bild- und Tonübertragung aktiv ist. Mittels moderner Übertragungstechnologien wollen die Hersteller dem entgegensteuern. DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications ) und FHSS (Frequency Hopping Spread Spectrum) sind die gängigsten Verbindungen, die von namhaften Herstellern wir NUK, Philips, Alecto und Motorola genutzt werden. Aber selbst die no-name-Produkte fallen in diesem Punkt nicht negativ auf.

Parallel stehen immer wieder Abhörsicherheit und Übertragungsqualität im Fokus. Auch diese Errungenschaften kommen nicht ohne elektromagnetische Strahlung aus. Weder das Funk-Babyphone noch das analoge mittels Kabelverbindung. Ein verschlüsseltes Signal ist nicht weder strahlungsärmer noch -intensiver. Falsche Rückschlüsse könnten in einem solchen Fall womöglich einen Fehlkauf bedeuten, nämlich dann, wenn dafür bei weitaus wichtigeren Eigenschaften Kompromisse gemacht wurden.

Wer beim Kauf eines neuen Babyphone dennoch auf Nummer sicher gehen will, kann sich selbstverständlich von den Werbebotschaften locken lassen, sollte sich diese aber nicht als ausschlaggebendes Kriterium sehen. Die Strahlungsbelastung ist tatsächlich minimal und konnte in all den Jahren nicht als schädlich nachgewiesen werden. Wenn das Babyphone im empfohlenen Abstand von ca. 1 Meter steht, wird alles gut. So wird kein Kabel zur Würgegefahr, keine Strahlung umhüllt das Kind und die Schlafmelodien und Stimmen der Eltern donnern auch nicht direkt ins müde Ohr.

Umso mehr können stattdessen Qualität und Funktionsvielfalt den Kauf des Babyphones entscheiden, denn darauf kommt es letztlich allen Babys und Eltern an: Dass die Übertragung zuverlässig funktioniert, nicht verzerrt klingt und auch über eine angemessene Distanz hinweg klar zu empfangen ist. Was würde ein strahlungsarmes Signal nützen, wenn es nicht ankommt beziehungsweise nicht zu verstehen ist? Da ohnehin von keiner echten Strahlungsbelastung die Rede sein kann, ist es doch viel klüger auf essentielle Funktionen und Eigenschaften Wert zu legen und sich ein Babyphone zu kaufen, dass den individuellen Anforderungen am besten entspricht. Dann fühlen sich auch die Eltern auf der sicheren Seite und die Babys gut behütet.


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